Wir sind in Singapur. Was schlichtweg bedeutet, dass Benni, Herta, Walter, Silvia und Alexander mich entweder bereits verlassen haben, oder in circa einem Stündchen verlassen werden. Wie schrecklich! Benni hatte gestern noch bis 21 Uhr zu spielen und konnte sich danach wieder einen freien Mann nennen. Also wollten wir ins weltbekannte Raffles-Hotel in Singapur um dort das zu trinken, was auch dort erfunden wurde, nämlich einen Singapur Sling. Herta redete sich raus mit Müdigkeit und Koffer packen, und Walter, Silvia und Alexander waren nirgends zu finden. Also ging es nach einer wahrlich dramatischen Verabschiedung von Herta mit Benni alleine los in die Stadt, in der ich ja eigentlich nicht rausgehen dürfen sollte, gelle?! Pustekuchen! Passport, Landgangskarte, Check, Geld wechseln, und nix wie raus aus dem Terminal in die freie asiatische Welt.
Taxen gibt es jede Menge in Singapur. Nur leider hält keines an wenn du es heranwinkst. Ganz schön unhöflich, dachten wir. Bis wir das folgende entdeckten, nachdem wir einmal um das komplette Terminal gelaufen waren...

(Taxi Queue, ach so!)
Als wir dann also anstanden, und nur mäßig in der Schlange voran rückten, liefen da doch auf einmal Walter, Sylvia und Alexander an uns vorbei. Also wurde schnell so getan als hätten wir auf die drei gewartet (haben wir ja auch, gewissermaßen) und geschätzte 83 Taxen später, waren wir dann auch an der Reihe. Ab zum Raffles Hotel.

(Im Garten des Raffles Hotels.)


(Die Long Bar im Raffles.)

(Deutsch? Wieso deutsch? Hier?)
Dann ging es ins “Swissotel, The Stamford“, dass in der 72. Etage über eine ganz ausgezeichnete Bar verfügt, wie uns Alexander aufklärte. Und siehe da. Wie toll! Junge Menschen, junge Musik, ein fantastischer Ausblick. Was will man mehr? Und wie und wo könnte man sich schöner verabschieden?





(Welch herrliches Mädchen-WC. Da würde ich auch gerne einziehen.)
Doch es wollten noch Koffer gepackt und vor Kabinen gestellt werden, und so mussten wir dann auch recht bald wieder zum Hafenterminal.

(Oh weh, oh weh, oh weh, oh weh, oh weh...)
Wieder auf dem Schiff angekommen, staffierte ich dann zunächst Denise noch mit ein paar modischen Accessoires (Kette + Gürtel) aus, weil die Servicemenschen erst jetzt frei bekommen hatten, und an Land Party machen durften...

Um mich dann wiederum von Benni mit übrig gebliebener Sonnencreme plus Alkohol ausstaffieren zu lassen. Dann ging ich. Ich hasse Abschiede! Gepackt habe ich selbst nicht mehr. Mein Umzug war laut Rezeption von 11:30 Uhr bis 12:30 Uhr angesetzt, und so beschloss ich mich rumzudrehen, nicht weiter zu trauern und zu versuchen einzuschlafen.

Gegen 7:19 Uhr klingelte mein Telefon. Herta. Sie würde mir jetzt noch etwas vorbei bringen. Tat sie auch. Haarspray, eine Pulle Sekt, und ihren Sonnenhut. „Kannst du wem geben dem er gefällt!“ Von wegen. Das ist der Ko Phi Phi-Hut! Von Miss Delphin Voyager! Ich werde ihn hegen und pflegen, und tragen. Danke! Noch mal feste gedrückt, und schwups, weg war sie. Schluchz. Bloß wieder einschlafen, und nicht trauern.
Gegen 10:00 Uhr klingelt das Telefon erneut. Silvia. Sie würde mir jetzt noch etwas vorbei bringen. Zwei Pullen Sekt, Zeitschriften, Kekse, Pralinen, Schokolade. Ihr seid der Wahnsinn!

(Danke! Für alles!)
Gegen 10:30 Uhr rattert meine Tür. Wieso opfere ich eigentlich mitten in der Nacht meinen letzten kostbaren Streifen Leukoplast, wenn es doch keiner sieht, höh?! Das Zimmermädchen. „Nein, ich ziehe erst in einer Stunde um. Spassiwa!“ Verstanden hat sie bestimmt, wie immer, nur letzteres, aber mein Ton hatte es wohl in sich. Lasst mich, ich trauere!
Nun haben wir 16:09 Uhr. Um 17:30 Uhr verlassen die Scholzes das Schiff. Erreichen kann ich sie aber nicht mehr. Ihre Kabine ist schon geräumt, und...
Ich hasse Abschiede!
:-C