Mittwoch, 31. Dezember 2008

Dubai, endlich wieder Dubai...














(Mit Benni und Herrn Schmidt im Terminal.)

Montag, 29. Dezember 2008

Ooops!

Es ist kurz nach elf bei uns. Mein Kopf brummt schlimmer als der Hauptgenerator auf Deck 1, und ich hatte gerade Probe. Walter Scholz bat um einen kurzen Balletteinsatz in seiner Show und die Generalprobe war deswegen für heute früh angesetzt. Irgendwie hatte ich das aber gestern Nacht verdrängt. Und so bin ich wohl mehr durch ein Wunder als meinen Wecker um zehn vor elf schockiert aus dem Bett gefallen. Bad, Zähne putzen, Mascara, Lippenstift, Haare zurück, String, Strumpfhose, Kostüm, Shirt und Trainingshose drüber und ab. Zu spät kommen- Ausreden a la die U-Bahn fuhr nicht, ich stand im Stau oder sonstiges sind hier an Bord ja eher ungünstig. Die Choreographie für diesen Einsatz habe ich übrigens vorgestern “gelernt“. Erstaunlicherweise aber zeigen meine persönlichen Erfahrungswerte, dass ich im restalkoholisierten Zustand überraschend gut brandneu vorgegebene Choreographien wiedergeben kann. Vermutlich, weil ich dann (noch) nicht in der Lage bin zu denken, was als Gruppentänzer ja sowieso oft von Nachteil sein kann. Machen, nicht denken! Nun denn, ich bereue nichts! Welch wunderbar amüsante Nacht! Inklusive meinem “Date“ im Casino. Mit dem Pfarrerssohn... Siehe Headline. Hat aber bereits ein Nachspiel. Zuerst der Techniker: „Und? Verliebt?“ Dann eine Passagierin: „Sehr gut. Wenn ich jünger wäre hätte ich mir den auch geschnappt.“ Wir sollten uns vielleicht heute nicht unbedingt zusammen sehen lassen. Sonst bestellt noch irgendwer aus der allgemein um sich greifenden chronischen Langeweile heraus das Aufgebot. Allerdings müssten wir dann einen anderen Pfarrer einfliegen lassen, weil.... Aaaaaah!

Freitag, 26. Dezember 2008

Der Bordfriseur...














riet mir dazu wieder zu erhellblonden, und so tat ich wie mir geheißen. I like.


Ach ja, und wir sind gerade mal wieder in Muskat, hörte ich. Mitbekommen tue ich seit der Innenkabine davon ja eher wenig.
Hinfort das Aufwachen, Vorhang öffnen und überrascht sein, wo man jetzt schon wieder gelandet ist. Ich fiebere Dubai entgegen. 5 Tage noch. Dann wird aus Aschenputtel wieder Cinderella, hoffe ich. Bis dahin esse ich viel zu viel. Aus Frust. Zum in die Sonne legen und Urlaub machen muss ich gut gelaunt sein. Außerdem macht mich der Wechsel zwischen gewollt weihnachtlich-winterlicher Stimmung im Schiff und den 30 Grad auf dem Sonnendeck ein wenig kirre. Schlafen, essen, TV, tanzen... Der erste Bordkoller? Hilfe!

Ein bisschen Punk muss sein...

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Frohes Weihnachtsfest!










(Mit frisch adoptierten “Bruder“ Benni...)















(Der Weihnachtsmarkt auf dem Pooldeck gestern Abend.)

















(Mit “Tante“ Lotte und “Mama“ Sarah.)




Lasst Euch reich beschenken und seid lieb zu einander, von der sich sowieso liebenden “Familie“ mal ab, versuchen wir das hier auch...

Dienstag, 23. Dezember 2008

Tzzzz...














Da stellt man sich wohlerzogen in die riesige Schlange einer Wechselstube in Abu Dhabi. Welche maßlos überfüllt ist mit hartverdientes Geld nach Hause schickender Pakistanis, die dich so vehement angaffen als seist du Pamela Anderson höchstselbst.Und was sehe ich dann als ich endlich an der Reihe bin: Rollstuhlfahrer und Frauen (!) müssen sich gar nicht anstellen. Die spinnen, die Araber...

Sonntag, 21. Dezember 2008

Die Kabinenproblematik.

Es gibt Kollegen mit denen kommt man aus, und dann gibt es Kollegen mit denen kommt man eben nicht aus. Das Schicksal will es so, dass man mich auf eine Doppelkabine mit einer Kollegin eingeplant hat bei der tragischerweise zweiteres der Fall ist. Der Rest meiner Kollegen, von einem Pärchen das selbstverständlich zusammen wohnt mal abgesehen, lebt allein in einer Doppelkabine. Warum? Weiß ich nicht. Ist aber so. Auf der letzten Reise (diese “Weltreise“ ist in ganz viele kleine Reisen unterteilt – denn wer hat schon die Zeit und das nötige Kleingeld um fünf Monate an Bord zu bleiben?!) habe ich es genau drei Tage mit jener Kollegin in einer Kabine ausgehalten bis mir gerade noch kurz vorm Amok laufen auffiel, dass sich auf Deck vier noch unsere Kostümkabine befand. An sich eine ganz normale Marco Polo- Deck-Kabine allerdings mit neun Kostümkoffern und drei vollen Schränken darin. Das sollte aber mein Problem nicht sein. Ich heuerte nebenberuflich als Garderobiere an, schob vier der Koffer unter die zwei Betten, zwei unter das Sofa, und einen in den Schrank, und: la voilà, fünfzehn Minuten schweißtreibender Rumschieberei und vierzig Minuten Packer-, und Umzieherei später war sie dann da: Meine Einzelkabine auf Deck 4! Der einzige Unterschied zu einer ganz normalen Kabine bestand allein darin, dass ich a) nur einen der vier kleinen Schränke für meine private Garderobe zu Verfügung hatte und b) das Zimmermädchen nicht täglich zum sauber machen vorbei kam, sondern eben nur, wenn ich beziehungsweise die Kabine es benötigten – was ich im übrigen in der Doppelkabine ohnehin genauso gehandhabt hätte, wenn meine Kollegin nicht dauerhaft darauf bestehen würde wie Queen Elizabeth persönlich hofiert zu werden; aber lassen wir das. Nun denn, diese Reise wiederum ist nun leider komplett ausgebucht. Keine freie Kabine weit und breit. Selbst zwei Mitglieder der Reiseleitung sind in Crewkabinen untergebracht, und so teilte man mir also mit, dass ich wohl die nächsten zehn Tage (die Weihnachtsreise geht “nur“ zehn Tage) wieder zu meiner Kollegin ziehen müsse. Ein Ding der absoluten Unmöglichkeit! Ich wollte sie doch zu Beginn der ersten Reise schon komplett entgegen meiner ansonsten allgemein bekannt friedfertigen Art bereits am dritten Tag mit durchaus ernsten Absichten in einem möglichst unbeobachteten Moment über Bord schubsen. Man male sich also aus was alles in diesen zehn Tagen hätte passieren können oder in welcher psychischen Verfassung ich während und vor allem nach diesen zehn Tagen gewesen wäre. Also: Faust zu Tisch! So nich’!

Nun wohne ich mit samt den Kostümen für zehn Tage trotz meines Passagierstatus in einer Crewkabine. Frei nach: Was interessiert mich der Standard, es geht um meine Nerven... und mein polizeiliches Führungszeugnis! Und so zog ich also vorgestern bis in die späte Nacht mit samt den neun Kostümkoffern mal wieder um. Hievte die neun vollen Koffer auf das oberen Teil des Stockbetts, staubsaugte den eingetretenen Dreck vom Teppich, putze Bad und Schränke mittels ausgeliehenem Putzzeugs des Housekeepings, stopfte Tücher in die recht fragwürdigen Löcher in der Wand, hängte Bilder vor die anderen Löcher und meine Klamotten in Spind und Kommode und richtete den zunächst kargen, fensterlosen Raum erstmal ein. Was ich zu dem Zeitpunkt in meinem Einrichtungswahn noch nicht wirklich realisierte, die Klimaanlage ist kaputt, der TV funktioniert nicht, einen Kühlschrank gibt es hier erst gar nicht, und wirklich schlimm: Das Telefon geht nicht! Ich kann weder von Kabine zu Kabine telefonieren, was ich eigentlich nicht weiter dramatisch finde, noch nach draußen, sprich in Deutschland anrufen oder von dort angerufen werden, was ich wiederum sehr dramatisch finde. In diesem Sinne, dann schon mal fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch! Am 1.1.09 sind wir in Dubai, diese Reise ist vorbei, die Passagiere verlassen den Kahn; und ich darf dann wieder in eine Passagierkabine, sagte man mir zumindest.

Oh und, der Kapitän saß vorhin zufällig drei Tische weiter von mir und hat mir dann wie es das Klischee eben vorgibt, durch Svetlana (Servicekraft) ausrichten lassen, dass er mir gerne einen Drink spendieren würde. So bestellte ich also eine Coke light. Als die dann mittels Svetlana kam, ging ich an seinen Tisch, bedankte mich brav, stieß mit ihm an und ging dann wieder an meinen Tisch zurück. Hätte ich mich mal zu ihm gesetzt, hm? Vielleicht hat er ja noch ein freies Plätzchen für mich, in seiner Suite?? ;-)

Hier mal ein paar Bilder meines neuen aufgemotzten Lebensraums:





Samstag, 20. Dezember 2008

Grant, ich vermisse Dich (jetzt schon)!






















































P.S.: Nicos, Boris, Pete und natürlich Herr + Frau Seibel, IHR fehlt auch!

Freitag, 19. Dezember 2008

Ein Tag auf, öh nein, am Meer.















(Am Abu Dhabi-Beach mit Nicos, meinem Lieblingsschweitzer.)


Morgen dann mehr von hier...

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Bäumchen wechsel Dich...










(Vor der Show...)












(Nach der Show...)

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Dubai, mein Dubai!

Vielen lieben Dank an Euch alle für die vielen Glückwünsche und schönen Geschenke zu meinem Geburtstag! Ich hatte eine wunderbare Geburtsnacht mit sehr vielen lieben Menschen auf dem Schiff mitten auf dem Ozean, und einen sehr schönen Geburtstag an Land in Dubai. Yes. Es ist passiert. Ich war endlich an Land. Heureka! Mittlerweile kam man mir ja schon mit dem Vergleich zu irgendeinem Romanprotagonisten (den Titel habe ich leider schon wieder vergessen), in dem ein Mann siebenundzwanzig Jahre nicht von Bord gegangen ist. Nun gut, ich bin knapp vierzehn Tage nicht von Bord gegangen. Das lag aber vor allem daran, dass ich mich in zivilisierten Gegenden weitaus wohler fühle als irgendwo in der Wüste im nirgendwo. Würden wir nicht nächste Woche schon wieder nach Dubai kommen, hätte ich auch heute glatt mit Abschiedsschmerz zu kämpfen. Allerdings legen wir hier bei unserem nächsten Besuch sechs ganze Tage an (Silvester eingeschlossen...). Aber genug Getippe, hier nun ein paar fototechnische Eindrücke des gestrigen Tages:









(A december to remember - wohl wahr!)









(Vor der Mercato-Shopping-Mall...)


















("Caramel Machiatto, tall, to stay. Thank you!"... Herrlich!)














(Nachmittags mit Pete und Lotte oben auf Deck.)

Samstag, 13. Dezember 2008

Hallo Muskat, Tschüss Muskat!



(Die Ankunft in Muskat.)



Das tolle daran, wenn wir an einem Hafen anlegen, der mich wenig bis gar nicht interessiert: Das Schiff ist schlagartig leer. Ruhe im Karton. Wundervoll. Und so habe ich den Tag (mal wieder) zunächst zur Hälfte verschlafen, um mir dann die Einfahrt in den Hafen auf Deck anzusehen, mir dann einen Café Latte in der Piano Bar zu gönnen und die Tourismus-wütigen Passagiere in aller Ruhe beim auschecken, Landgangskarten besorgen und rumwuseln zu beobachten.






(Vor den Aufzügen auf Deck 4 – da wohne ich, also den Gang da runter...)





Ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe ich zwar schon, denn wenn man doch schon mal hier ist, könnte man sich ja auch mal Land und Leute ansehen; aber auch hier in Muskat wurden meine Vorahnungen mal wieder durch die recht flott zurückkehrenden Landgänger bestätigt, denn viel zu sehen gab es wohl auch hier nicht. Sag' ich doch... Ich habe ja sowieso vor das Schiff erst in Dubai zu verlassen, und da sind wir schließlich in bereits drei Tagen. Da ich darum auch keinen großen Hehl mache, habe ich auch schon zahlreiche Angebote von ortskundigen Herren jeglicher Stände und Alterskategorien, die mich nur allzu gern auf meinem ersten Landgang begleiten würden. Ich habe tatsächlich jedem von ihnen zugesagt. Denn dort werde ich ENDLICH mal shoppen gehen; und selbstverständlich dürfen sie alle mit – zum Tüten tragen, versteht sich.








(Premiere: Ich war heute wirklich mal im Fitnessraum.)











(124 Kalorien verbrannt?! Nur? Na super.)





Gleich muss ich mal mein Matrosen-Outfit aus meinem Kostümkoffer kramen, was wohl einige Zeit in Anspruch nehmen wird, wie man auf dem folgenden Bild unschwer erahnen kann, denn ich könnte derzeit vollkommen problemfrei eine ganze Prunksitzung mit Kostümen ausstatten. Anziehen, schminken und ab auf Deck damit. Der Shanty-Chor singt und man hat uns gebeten doch mal eben schnell eine Girlreihe als Schmankerl dazu zu präsentieren. Acht Kicks vor, zwei seit, eins vor, eins seit, wipp wipp, round round, salutieren, lächeln, fertig. Gern doch!


















(Mein Kostümkoffer.)









(Mit schlecht gelauntem Matrose.)










(Mit gut gelauntem Matrose.)
















Ahoi!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

You can't have it all.

Gestern gegen 18:00 Uhr unserer Zeit (wir liegen momentan drei Stunden gegenüber Deutschland voraus) klingelt plötzlich mein Handy. Allein das setzte mich schon in größeres Erstaunen, da Empfang mitten auf dem Ozean doch eher selten ist, und im Grunde jeder der mich kennt weiß, dass es gerade recht kostenintensiv werden kann, wenn man versucht mich auf dem mobilen Telefon zu erreichen. Nun denn, ich schaue auf das Display und erspähe eine mir unbekannte Berliner Nummer. Es könnte ja etwas wichtiges sein, denke ich mir und nehme also ab. „Hallo! Soundso-Film, spreche ich da mit Frau Applebum?“ Ich bin leicht verstört. „Ja, das ist richtig. Was kann ich für sie tun?“ „Frau Applebum, wir haben ihre Nummer von ihrer Agentur in Köln. Es geht darum; wir planen gerade die Besetzung für einen deutschen Kinofilm unter der Regie von XYZ. XYZ hat ihre letzten Aufnahmen für Sony Pictures (um genau zu sein, meine allererste Sprechrolle vor einer Fernsehkamera) gesehen, und sie würde sie gerne für eine der Hauptrollen (?!) in ihrem Film mit dem Titel CVGDWRGJ casten. Wo sind sie gerade?“ Man stelle sich das vor! Das Handy in der rechten Hand und mit der linken den Vorhang meines Kabinenfensters öffnend, welches mir den Blick auf das offene Meer draußen frei gibt. Ich räuspere mich. „ Ähm. Nun ja. Also um zumindest einigermaßen genau zu sein, irgendwo zwischen Aden und Jemen, mitten auf hoher See.“ Die gute Frau kommt sich - zu recht - veralbert vor. „Nein, wirklich.“, erkläre ich mich, „Ich befinde mich gerade für das MDR Deutsche Fernsehballett auf einem Kreuzfahrtschiff, und unter Umständen könnte dieses Gespräch wahnsinnig teuer für sie werden, wissen Sie?“ Sie muss lachen. Ich auch. Dann fängt sie sich wieder: „Können Sie am 20. in Berlin sein?“ Ich lache wieder. Dann fasse ich mich aber schnell: „Nein, tut mir leid. Ich habe mich bis Mai ’09 für den MDR für dieses Schiff verpflichtet.“ Jetzt schlucke ich. „Oh, das ist natürlich sehr schade!“ „ALLERDINGS!“, pflichte ich betroffen bei. „Dann werde ich das mal Frau XYZ ausrichten.“ Puh. Ich bin gerade noch bereit mir ein okay herauszuquälen und ihr ausrichten zu lassen, dass mich sehr für ihr Interesse bedanke. Sie wünscht mir noch eine schöne Reise, dann verabschieden wir uns. Stille. Ich schnappe mir meinen Kabinenschlüssel und begebe mich erstmal auf Deck, doch auch der impressionistische Himmel dort draußen kann mich nicht trösten, also begebe ich mich zu meinem Lieblingsbarkeeper in die Piano Bar und bestelle den stärksten Drink den Manuel im Repertoire hat. „Mai Tai?“ fragt er. „Mai Tai!“, sage ich...





(Ein Trost? Wohl kaum.)









Heute früh sind wir in Salalah im Oman angekommen. Davon habe ich allerdings nicht viel mitbekommen. Nachdem wir gestern noch eine Show getanzt haben, bin ich mit Peter (Ex-Baustoffriese und inzwischen hochzufriedener Rentner plus witziger Zeitgenosse und großer Fernsehballettfan) und Hardy (DJ und Hamburger Urgestein) in der Panorama-Bar versackt. Dem zu Folge habe ich dann auch prompt das Frühstück sowie das Mittagsessen verschlafen, geduscht, Sonnencreme auf meine nach wie vor bleiche Haut geschmiert und mich aufs Sonnendeck begeben.





(Der Hafen von Salalah.)









Salalah ist wohl bekannt für seinen Weihrauch; und da mir als Kind grundsätzlich speiübel wurde als ich meine Ur-Oma in die Kirche begleitete, und ich zusätzlich dank des Bord-Info-Kanals erfahren habe, wie verschleiert, nämlich komplett – bis auf die Augen, sich die Frauen hier geben, habe ich auch heute wieder beschlossen niemanden unnötig in Unruhe zu versetzen und mir den Landgang zu schenken.





(Gähnende Leere am Pool.)

















(Es ist wirklich arg sonnig auf dem Sonnendeck.)









Inzwischen habe ich nun meine erste Mahlzeit des Tages nämlich Kaffee und Kuchen im Atlantic Restaurant zu mir genommen, und werde mich nun wohl mal meiner Ausgabe der Udo Lindenberg – Biografie widmen, die ich schon seit Ewigkeiten lesen wollte. Später nach dem Abendessen dann, liest Claus Seibel (bekannt aus den heute – Nachrichten, Moderator dieser Reise, mein Kabinennachbar und zudem äußerst tolerant, den entweder sind die Kabinenwände dicker als ich denke oder er mag Snoop Dogg) Kurzgeschichten von Kästner in der Showlounge vor. Tagesziel: Kein Alkohol!

Dienstag, 9. Dezember 2008

Hallo liebe Daheimgebliebenen,

ich befinde mich nun seit genau einer Woche auf diesem Kreuzfahrtschiff, das in Athen gestartet ist und mittlerweile in Hodeidah im Jemen vor Anker liegt.



(Der Hafen von Hodeidah.)











Bis jetzt jedoch habe ich für meinen Teil den Kahn noch kein einziges Mal verlassen. Wozu auch? Hier gibt es doch alles. Zumal die Leute, die sich beispielsweise Safaga in Ägypten oder Aqaba in Jordanien angesehen haben erzählten, dass man nun auch nicht wirklich etwas verpasst hätte. Das vermutete ich zwar auch schon als wir da einfuhren; aber nun gut. Vielleicht bin ich auch einfach nicht so der Orient-Typ?! Außerdem riet man mir, natürlich hinter vorgehaltener Hand, auch dazu die männlichen Landesbewohner mittels meiner “doch sehr weiblich, westlichen Erscheinung“ nicht unbedingt in Aufregung zu versetzen. Wie könnte ich?! Und ich wollte auch erst einmal unsere erste Show dieser Reise im wahrsten Sinne des Wortes gut über die Bühne bringen, bevor ich mich in den kompletten Touristenmodus fallen lassen wollte.



(Kurz vor der ersten Show. Nervös? Ein bisschen.)









Dies scheint aber nun offensichtlich geglückt zu sein. Das Spektakel fand am Samstagabend bei Seestärke vier (...) statt und seitdem hagelt es Komplimente. Jetzt kennt uns nun wirklich das ganze Schiff. Ich habe mich bereits im vorbeigehen beim lächeln und freundlich grüßen vor dem Spiegel in meiner Kabine erwischt, bevor mir schlagartig auffiel, dass ich zu mir selbst ja gar nicht “öffentlich“ sein muss. Heute habe ich mich dann auch (ca. die Hälfte der anderen Passagiere befand sich auf einem Tagesausflug, wer weiß wohin...) mit Boris (Klarinettist und für den klassischen Teil der Unterhaltung an Bord zuständig) zum ersten Mal in meinen Bikini und auf das Sonnendeck gewagt. Lichtschutzfaktor 50 plus, die Frau Winehouse auf dem iPod, und irgendwann dann zur Abkühlung erst in den Meerwasser-, und dann in den Whirlpool. Eins lernt man nämlich ziemlich schnell auf einem Kreuzfahrtschiff; zu gut kann man es sich hier gar nicht gehen lassen - und es gibt tatsächlich nichts, wo man nicht noch einen drauf setzen könnte. Also gönnt man sich dann halt auch noch mal schnell einen Cocktail, im Pool. Man sollte allerdings aufpassen, dass einem kein Whirlpoolwasser ins Glas schwappt, das schmeckt dann nicht mehr ganz so lecker.



(Der harte Berufsalltag als Tänzerin des MDR Deutschen Fernsehballetts.)

Soviel dann erstmal zu meinen ersten Eindrücken. Es ist 18:56 Uhr und ich muss mich laut Tagesplan dann jetzt mal (wieder) schick fürs Abendessen im Pacific Restaurant machen. Vom hungrig sein bin ich zwar weit entfernt, aber was will man machen. Zumindest wird das Fitnessstudio nachher leer sein. Irgendwie muss ich ja weiterhin in meine Kostüme passen, nicht wahr?!

Bis dann.

P.S.: Mittlerweile fahren wir wieder, und zwar geradeaus zu in das “Piratengebiet“, was natürlich für helle Aufregung bei einigen Passagieren sorgt. Allerdings treffen die auch nie auf die (ganz Anti-Kreuzfahrt) düster dreinschauenden Security-Guards, die man am rechten und linken Bühneneingang (und sicherlich auch noch wo anders) platziert hat...