Dienstag, 9. Dezember 2008

Hallo liebe Daheimgebliebenen,

ich befinde mich nun seit genau einer Woche auf diesem Kreuzfahrtschiff, das in Athen gestartet ist und mittlerweile in Hodeidah im Jemen vor Anker liegt.



(Der Hafen von Hodeidah.)











Bis jetzt jedoch habe ich für meinen Teil den Kahn noch kein einziges Mal verlassen. Wozu auch? Hier gibt es doch alles. Zumal die Leute, die sich beispielsweise Safaga in Ägypten oder Aqaba in Jordanien angesehen haben erzählten, dass man nun auch nicht wirklich etwas verpasst hätte. Das vermutete ich zwar auch schon als wir da einfuhren; aber nun gut. Vielleicht bin ich auch einfach nicht so der Orient-Typ?! Außerdem riet man mir, natürlich hinter vorgehaltener Hand, auch dazu die männlichen Landesbewohner mittels meiner “doch sehr weiblich, westlichen Erscheinung“ nicht unbedingt in Aufregung zu versetzen. Wie könnte ich?! Und ich wollte auch erst einmal unsere erste Show dieser Reise im wahrsten Sinne des Wortes gut über die Bühne bringen, bevor ich mich in den kompletten Touristenmodus fallen lassen wollte.



(Kurz vor der ersten Show. Nervös? Ein bisschen.)









Dies scheint aber nun offensichtlich geglückt zu sein. Das Spektakel fand am Samstagabend bei Seestärke vier (...) statt und seitdem hagelt es Komplimente. Jetzt kennt uns nun wirklich das ganze Schiff. Ich habe mich bereits im vorbeigehen beim lächeln und freundlich grüßen vor dem Spiegel in meiner Kabine erwischt, bevor mir schlagartig auffiel, dass ich zu mir selbst ja gar nicht “öffentlich“ sein muss. Heute habe ich mich dann auch (ca. die Hälfte der anderen Passagiere befand sich auf einem Tagesausflug, wer weiß wohin...) mit Boris (Klarinettist und für den klassischen Teil der Unterhaltung an Bord zuständig) zum ersten Mal in meinen Bikini und auf das Sonnendeck gewagt. Lichtschutzfaktor 50 plus, die Frau Winehouse auf dem iPod, und irgendwann dann zur Abkühlung erst in den Meerwasser-, und dann in den Whirlpool. Eins lernt man nämlich ziemlich schnell auf einem Kreuzfahrtschiff; zu gut kann man es sich hier gar nicht gehen lassen - und es gibt tatsächlich nichts, wo man nicht noch einen drauf setzen könnte. Also gönnt man sich dann halt auch noch mal schnell einen Cocktail, im Pool. Man sollte allerdings aufpassen, dass einem kein Whirlpoolwasser ins Glas schwappt, das schmeckt dann nicht mehr ganz so lecker.



(Der harte Berufsalltag als Tänzerin des MDR Deutschen Fernsehballetts.)

Soviel dann erstmal zu meinen ersten Eindrücken. Es ist 18:56 Uhr und ich muss mich laut Tagesplan dann jetzt mal (wieder) schick fürs Abendessen im Pacific Restaurant machen. Vom hungrig sein bin ich zwar weit entfernt, aber was will man machen. Zumindest wird das Fitnessstudio nachher leer sein. Irgendwie muss ich ja weiterhin in meine Kostüme passen, nicht wahr?!

Bis dann.

P.S.: Mittlerweile fahren wir wieder, und zwar geradeaus zu in das “Piratengebiet“, was natürlich für helle Aufregung bei einigen Passagieren sorgt. Allerdings treffen die auch nie auf die (ganz Anti-Kreuzfahrt) düster dreinschauenden Security-Guards, die man am rechten und linken Bühneneingang (und sicherlich auch noch wo anders) platziert hat...

2 Kommentare:

wiepsches hat gesagt…

Als ich seinerzeit auf der Suche nach einem Klo durch den Airport von Abu Dhabi spazierte, sind einige Scheichs sabbernd fast hintenübergekippt. Nicht auszudenken, was passiert, wenn DU das Gleiche tätest...Bürgerkrieg?

Schön, wenn es dir gut geht!

a.k.a. Applebum hat gesagt…

Oh. Man sagte mir Abu Dhabi wäre aber "recht zivilisiert" im Gegensatz zu den "Städten" in denen wir bisher angelegt haben... Ich hatte mich schon aufs Festland gefreut. Nun denn, dann darf ich wohl echt erst in Dubai raus. :(

Hoffe bei Dir ist auch alles fit!