Aber nun zu meiner Heimreise: Um 11 Uhr musste ich meine Kabine verlassen, damit Veronika (wenn man mich fragt, und ich habe ja einige erlebt, das beste Zimmermädchen des Schiffes) die Bude für den nächsten Kreuzfahrer zu recht machen konnte. Ich hoffe sie ist nicht erschrocken über die zahlreichen leeren Shoppingtüten, die sich in den letzten Wochen angesammelt hatten, aber wahrscheinlich kennt sie das ja. Dann habe ich meinen kleinen Koffer in die Showlounge gebracht, wo schon einige mürrische, weil kabinenlose Passagiere rumsassen, und so wie ich irgendwie die Zeit bis 17 Uhr tot schlagen mussten. Koffer da abgestellt. Hoch zum Pooldeck, meinen letzte Vitaminbombe bestellt, die letzten heißen Sonnenstrahlen genossen, und mir endlich mal meine "Emirates Women" angesehen.Gegen 13 Uhr sollte Melli ihren Dienst dort oben beenden dürfen, und so gingen wir noch mal raus, und gönnten uns in so einer Art vietnamesischen Biergarten einen Abschlussdrink und besprachen noch einige Dinge. Mausi, ich vermisse Dich jetzt schon...
(Huch, da sind sie die Koffer. Na, welcher ist meiner?)
(Ohne Worte.)
Danach ging es ein allerletztes Mal auf den Kahn. Ich hasse Abschiede... Und kurz vor 17 Uhr ging es wirklich los. Also schnappte ich mir meinen kleinen Koffer, hing mir mein Reisetäschchen um, schnappte mir meinen Mac, der aus akkutem Platzmangel nirgendwo mehr untergekommen war, und fragte mich, mt welchem Arm ich nun denn noch den draussen stehenden Riesenkoffer hinter mir herziehen sollte?? Und in welchen Bus ich überhaupt musste? Und ob ich echt alles hatte? Und wieviel Übergepäck ich wohl am Flughafen zahlen müsse? Und... und ... und dann kam Florian, der Kreuzfahrtdirektor. Wir verabschiedeten uns herzlich, und er sah hin, und reagierte. Schnappte sich, unter den erstaunten Blicken meiner sowohl mitabreisenden als auch den zum winken gekommenden Passagieren auf den Aussendecks meinen großen Koffer, zog ihn zum Kofferraum meines Busses, setzte mich in selbigen, und übertrug von da an die Verantwortung über mich an Eric...
(Rushhour...)
(Happy? Happy!)
(Bye bye Saigon, ich komme gerne wieder.)
Das Einchecken am Flughafen dauerte geraume Zeit, da das leider recht langsame, aber dafür überschwenglich freundliche kleine vietnamesische Mädchen am Lufthansa-Schalter wohl zum ersten Mal mit der Abfertigung einer so großen Reisegruppe betraut worden war. Die Tatsache, dass das Englisch der meisten deutschen Kreuzfahrer auch nicht wirklich über die Bestellung eines Biers oder der Frage wieviel irgendetwas kostet hinaus kommt, trug vielleicht auch nicht gerade zu einer zumindest etwas schnelleren Abfertigung bei. Und so standen Eric und ich schließlich 50 Minuten an bevor wir den schweren Kram loswerden und unsere Plätze zu gewiesen bekommen hatten. Höchstwahrscheinlich ist es nur Erics amerikanischem Charme zu verdanken, dass meine 4-5 kg Übergepäck kein Thema waren. Und darauf zu bestehen zwei Fensterplätze gebucht zu haben, die, so weit ich weiß, eigentlich überhaupt gar nicht gebucht waren, erwies sich auf jeden Fall auch als clever. Ich frage mich was passiert wäre wenn er gesagt hätte, dass wir Business statt Economy-Class gebucht hätten. Tja, beim nächsten Mal dann...
Die erste Stunde nach Bangkok verging sprichwörtlich im Fluge. Neben mir sass ein sehr niedliches altes Kreuzfahrtpäarchen aus Essen, dass mir, wie so oft, die ganze Schiffsreise zuvor nicht im geringsten aufgefallen war. Erika und Hans waren offensichtlich hocherfreut, dass jemand vom Fernsehballett neben ihnen sass, und so gingen wir eine vorübergehende 15 stündige Großeltern-Enkelkind-Beziehung in der bis zum letzten Platz ausgebuchten Maschine ein. In Bangkok verliessen uns dann einige Passagiere, aber nahmen auch so gleich von da wieder neue auf. Die Koffer wurden genau unter meinem Fenster verladen, und so warf ich irgendwann mal einen Blick nach unten, was die thailändischen kofferverladenen Jungs scheinbar total aus dem Häuschen brachte. Also lächelte ich und winkte, und beschloss schliesslich, auch auf der vorrangegangen Reaktion der asiatischen Menschen auf meine europäische Erscheinung hin, wenn alles nicht klappt eben einfach Popstar in Asien zu werden...
Der Passagierwechsel dauerte geschlagene 50 Minuten, die wir in der Maschine verbrachten mussten. Doch dann ging es endlich los. Noch mal schnell zu meinen "thailändischen Fans" runterwinken, Mac aufklappen, Kopfhörer aufziehen, ein bisschen gucken, und dann bin ich eingeschlafen.
Aufgewacht bin ich laut Bordfernseher-Information exakt über Odessa. Krank. Die letzte Stunde bis Frankfurt habe ich dann noch mit Erika geschnackt, welche ich, ich hatte geistesgegenwärtig Autogrammkarten einstecken, mit eben einer solchen, niedlicherweise zur glücklichsten Rentnerin des Fliegers machen sollte.
(Ein Morgen über Odessa.)
Frankfurt Airport, endlich. Eine Stunde Aufenthalt. Schnell von Eric verabschieden, der weiter nach Hamburg musste, und mein Gate suchen. Gate gefunden. Auf Tino getroffen. Rein in das Ding. In der ersten Klasse schaute mich ein mir seltsam vertrautes Gesicht an. Mein fragender Blick erzeugte ein Lächeln in seinem Gesicht. Wie peinlich, soll ich grüßen, dachte ich mir noch, und tat es nicht. Besser so. Als ich dann mein Handgepäck verstaut und Platz genommen hatte, fiel es mir ein: Dan Conner alias John Goodman. Stimmt ja, ist ja Berlinale. Stunde geflogen. Und yeah!
(Tino, um 600 € Übergepäckzahlungen ärmer - aber zu Hause.)
(Berlin Berlin, nur Du allein...)

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