
Walter, Silvia, Alexander, Herta, Benni und meine Wenigkeit fieberten ja schon seit Tagen Ko Phi Phi entgegen. Aus einem uns wahrlich unerfindlichen Grund sollten wir allerdings nur von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr an diesem wahr gewordenen Traum einer Insel auf Reede stehen, und so wurde gestern abgemacht um 7:00 Uhr gemeinsam zu frühstücken, damit wir auch ja überpünktlich als die allerersten in der Sammelstation in der Schlange stehen würden, und ins Tenderboot geschickt würden. Sage und schreibe vier Weckrufe (Rezeption, Silvia, Benni, und Alexander) stand auch ich dann immer noch todmüde aber semi-pünktlich mit einem sorgsam gepackten Strandtäschchen neben den anderen in der Schlange - wenn auch ohne Frühstück. Ganz egal. Alles gut, sollte man meinen, doch die Reiseleitung des "(T)raumschiff Voyager" wäre ja nicht die Reiseleitung der "(T)raumschiff Voyager", wenn sie nicht wegen jedem dahergelaufenen Quatsch einen Riesenaufstand machen würde. Es ist nämlich so: Den Künstlern dieses Schiffes ist es scheinbar trotz Passagierstatus nur peripher gestattet wie ein Passagier behandelt zu werden. Die Tatsache (mit der ich unter anderen Umständen aus Understatement-Gründen nicht prahlen würde), dass einige Passagiere sehr offen äußern, dass sie sich zur Buchung dieser Reise auf diesem Schiff entschieden haben, weil a) Walter Scholz und b) das MDR Deutsche Fernsehballett zugegen sind, zählt in diesem Fall wohl eher nicht. Und so steht man dann also todmüde an der Gangway und fühlt sich wie mit dreizehneinhalb vor der Disco. Darf man nun in das blöde Tenderboot oder darf man nicht? Wir durften.



Fünfzehn Minuten Überfahrt später war es dann so weit...



Herrlich... Und was möchte man dort angekommen zuallererst tun? Richtig. Man will ins Meer! Ist doch klar. Blöd nur, wenn gerade zwecks Ebbe gar keins da ist und die Uhr fleißig vor sich her tickt...



Also wieder zurück zur Tenderbootsteg. Umgucken. Fragen. Wo und wann gibt’s Meer? Später! Wie? Später? Und wieso weiß man so was denn nicht vorher? Ich mag ein rheinisches Kind sein, bei uns gibt es kein Meer, aber Ebbe und Flut sind doch durchaus berechenbar, oder irre ich mich da jetzt komplett? Und wie ich da so grübelnd voranschreite, und das Meer suche, kommt mir da wer entgegen. Wer der alles im vorab zu planen hat und der dementsprechend sehr genau wissen müsste, wann man am besten irgendwo anlegen sollte um den voll zahlenden Passagieren eine Insel möglichst von den allerschönsten Seiten zu zeigen – also unter anderem auch mit Meer, oder sehe ich das falsch? Da ich ja Passagier (und zudem einer mit wahrlich hohen Bar-, und Internetrechnungen) bin, wäre es also genau an der Zeit dies mal provokativ auf den Tisch zu hauen, nicht wahr? Tue ich aber nicht. Ich sehe ja über solche Inkompetenzen großzügig hinweg. Doch was tut er?! Unglaublich, aber wahr. Er scheißt mich laut und dramatisch zusammen. Es sei ein absolutes “No no!“ als Künstler in das allererste Tenderboot zu gehen. Aha! Ich hätte gefelixst zu warten bis alle (er sagte alle!) Passagiere an Land gebracht worden wären, und dann... Dann habe ich nicht mehr zugehört, gegrinst, genickt, mich umgedreht und bin weiter das Meer suchen gegangen...
Als ich wieder auf die Anderen stieß hatte sich Alexander allerdings schon gekümmert. Noch schnell ein bisschen rumgepose, zum Zeitvertreib und gute Laune zurückbekommen...

Und geschätzte 43 Kameraklicks später war es dann soweit... Wir mieteten kurzerhand ein Boot... Auf dem Meer! Hi-ha!



Falls ich übrigens in nächster Zeit aus ungeklärten Gründen spurlos verschwinden sollte, es könnte schon sein, dass man mich eventuell irgendwo auf Ko Phi Phi wieder finden würde...






Schnorcheln? Schnorcheln! Ich bin ja Stadtmensch, frei umherlaufenden beziehungsweise umherschwimmenden Tieren begegne ich also zunächst skeptisch, und so beließ ich es also vorerst dabei die Anderen beim plantschen mit den (allerdings wirklich schön anzuschauenden Fischen und Krebsen und was weiß ich nicht noch alles...) zu fotografieren.



Dann jedoch gerade in dem Moment in dem wir aus zeitlichen Gründen unbedingt hätten zu unseren Tenderbootsteg zurückkehren müssen, entdeckten wir zu unserem großen Amüsement folgendes....

Das "(T)raumschiff Voyager" in (noch) weiter Ferne, und eine wunderbare (Schnaps)idee sollte geboren werden. Warum den zurück zum Strand und in ein Tenderboot bei dem man ja offensichtlich eh nur Ärger bekommt, wenn man es benutzt. Wer braucht überhaupt so ein blödes Tenderboot?! Wir hatten doch unser eigenes Boot. Also? Volle Fahrt voraus.

Und sie kommt näher...

Und näher...

Und wo man nun schon mal da ist, kann man sich ja auch gleich einmal um das ganze Schiff fahren lassen und fröhlich und laut jedem zuwinken. Da kommt man ja zum ersten sonst nie zu und jeder, wirklich jeder, sieht, dass die Künstler den Normalo-Passagieren keinen Platz im Tenderboot wegnehmen. So schmeckt Rebellion! Fantastisch!


Dann war es soweit, die Gangway... Gucken die blöd? Oder gucken die blöd?

Erwähnte ich vorab, dass ich über gute Beziehungen zum Sicherheitschef (der mit der Kappe, der sich auf dem oberen Foto schlapp lacht) verfüge? Nicht? Is’ so. Und so war es selbstverständlich kein Thema mit unserem Boot am Schiff anzulegen. Wayle:“What the hell?“ Ich: “Fuck off Tenders. We are having our own boat now“. Wayle:“Stephie, you ARE crazy!“ Hahaha. Wahrscheinlich hat er sogar Recht damit. Und dann springt mal halt mal eben im Bikini rüber zurück auf das olle Kreuzfahrtschiff...

Ich sagte es bereits, aber ich sage es gerne noch mal:
ICH LIEBE ES, wenn ein Plan funktioniert!

4 Kommentare:
Eine sehr geile Geschichte!!! Habe sehr gerne in der Pause zw.2 Vorlesungen gelesen und beneide euch total:( Bei uns zwar sonnig, aber...man friert sich den Arsch ab. Scheiße, ich will zurück aufs Schiff.
P.S.Hey Stefi, schreib mal was auf ivanovb@fh-luebeck.de
Lies den Folgeeintrag, und rate wer der Spacken ist. Tipp: Napoleon-Komplex...
Du fehlst hier auch, wie gesagt.
Guck ich mal drauf. Sitze gerade in der Panorama-Bar, die anderen glühen um mich rum vor. Mir is' oh Wunder, weniger danach...
Grüsskes.
Original Wayfarer?
Hab ich in weiß.
Find ich super.
Dass du da überhaupt so lange aushältst...
Mir war nach 2 Wochen Kreuzfahrt (als Künstler-Passagier, also ebendieser Zwitterstatus) schon genug.
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